PULLMANN ARTIST PLAYGROUND

Das traditionsreiche Aachener Quellenhof Hotel (heute als Pullman Quellenhof Aachen bekannt) eröffnete am 05. Oktober 2016 den »Pullman Artist Playground«. Der erste Künstler, der…

24 Nov 2016 / Aachen

Das traditionsreiche Aachener Quellenhof Hotel (heute als Pullman Quellenhof Aachen bekannt) eröffnete am 05. Oktober 2016 den »Pullman Artist Playground«. Der erste Künstler, der sich auf diesem „Spielplatz“ austoben kann, ist Detlef Kellermann. Ich wurde eingeladen dieser Eröffnung beizuwohnen und dieser Einladung ging ich sehr gerne nach! Ich weiß, ich bin mit meinem Bericht mehr als einen Monat überfällig, aber den »Pullman Artist Playground« gibt es ja immer noch (nehme ich an) auch wenn sich der Künstler inzwischen geändert hat…

Um nationalen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform zu bieten, wird in den Pullman Hotels ein permanenten Art Corner installiert. Und hier, im wunderschönen Aachen, wurde der erste »Pullman Artist Playground« Deutschlands eröffnet. In Zusammenarbeit mit Galerien, Kunstschulen und Universitäten oder lokalen Künstlern, inszenieren Pullman Hotels & Resorts ein dynamisches Ereignis im Hotel.“ so die Beschreibung der Initiatoren. Gleich vorweg, ich bin keine Kunstexpertin, kenne mich mit regionalen, zeitgenössischen Künstlern oder deren Werke oder Preise überhaupt nicht aus. Auch die paar Semester Kunstgeschichte die ich mal absolviert habe machen mich zu keiner…  Aber ich kann mir ja trotzdem meine Gedanken machen und diese möchte ich hier für euch festhalten.

Das schöne, und vor allem teure, Hotel und die schöne, und nicht weniger teure, Kunst scheinen gut zusammen zu passen – aber es ist tatsächlich nicht die originellste Kombination. Damit möchte ich aber in keinem Fall weder den Wert des einen noch des anderen schmälern! Die Idee zeitgenössische Kunst in einem Hotel für das gehobenere Preissegment auszustellen ist natürlich trotzdem nachvollziehbar. Bei genauerer Recherche habe ich auch feststellen müssen, dass man im Quellenhof ein Zimmer schon ab knapp 118€ bekommt, wenns nicht unbedingt die »Prestige Suite« sein muss. „Schon“ ist hier allerdings auch relativ. Ich komme über die „Budget“-Kategorie diverser Hotelketten nicht hinaus, wenn es nicht überhaupt „nur“ die Couch einer Freundin/eines Freundes ist. Naja… ich schweife ab!

Der Quellenhof

Der Quellenhof ist ein wunderschönes Haus mitten im Aachener Kurpark gelegen, quasi am Fuße des Lousbergs und bestimmt mit Blick auf die Dom-Rathaus-Skyline. (Zumindest vom Dach aus.) Früher einmal, am Anfang des vorigen Jahrhunderts, als die noble Badegesellschaft Aachen zu ihrem Hotspot auserkoren hatte, da war es noch ein »Grandhotel« und die Gäste entspannten sich im heißen Wasser der Rosenquelle, die immerhin knappe 40° hat. Auch heute kann man sich im Quellenhof »fitandspa« durch ein umfangreiches Wellness-Angebot plantschen. (Das Spa-Angebot muss ich aber ein anderes Mal testen – vielleicht flattert da ja auch noch eine Einladung ins Haus. 😉 )

Detlef Kellermann

Der Abend stand ganz im Zeichen von Detlef Kellermann. Er lebt und arbeitet seit den 80ern in Aachen und hat in der Wirichsbongardstraße 24 sein Atelier und eine Galerie. Der Künstler und Illustrator kann mit Arbeiten für die »Brigitte« bis zum »Playboy« und vom Buch bis zur Weinflasche mit einem breiten Feld an Werken aufwarten. Neben Aquarellen, Zeichnungen und Skulpturen, veröffentlicht er auch das Magazin »ARTgerecht«, wofür er seine verkauften Werke in ihrem neuen Zuhause besucht und die Besitzer bereitwillig ihre privaten Räumlichkeiten herzeigen. Kellermann will sich eben vergewissern, dass seine Arbeiten „artgerecht“ gehalten werden. Das ist durchaus verständlich.

Hier im Pullman Quellenhof stellt Kellermann seine Bilder aus den Reihen »Welten« und »Menschenmengen« aus. Die großformatigen Werke schmücken die Wände der öffentlich zugänglichen Bereiche des Hauses, also hauptsächlich die Flure des Erdgeschosses. Bei der Eröffnungsveranstaltung konnte man neben ausgewählten Werken auch Bildbände und Heftchen ansehen, die auf eigens angefertigten Regalen präsentiert wurden. Diese Designermöbel haben mir sehr gut gefallen! Eine etwas andere Art Bücher und Bilder zur Schau zu stellen – und beidseitig verwendbar mit stimmigen Licht. Außerdem mag ich Möbel aus relativ unbehandeltem, hellen Holz. Die beiden charmanten Männer, die diese Möbel geschaffen haben, formieren sich gerade zu einem jungen Unternehmen. Davor waren sie seperat als Robertz und Nettesheim unterwegs – und auch ohne den jeweiligen Anderen haben die tolle Sachen gestaltet!

Extra für den Quellenhof schuf Kellermann auch zwei »Elefantenbilder«, die an die legendäre »Elefantenbar« des Hauses erinnern soll.

Projekt Mensch!

Im Rahmen der Eröffnung macht Detlef Kellermann auf sein aktuelles Projekt »MENSCH!« aufmerksam, das er gemeinsam mit den Kunstförderern von LATER IS NOW entwickelt hat. Es geht darum auf die, oft vergessenen, Menschenpflichten ins Bewusstsein der Menschen zu rufen. Oft ist einem nicht bewusst, dass es keine Rechte ohne Pflichten geben kann. 

„Jede Person, gleich welchen Geschlechts, welcher ethnischen Herkunft, welchen sozialen Status, welcher politischen Überzeugung, welcher Sprache, welchen Alters, welcher Nationalität oder Religion, hat die Pflicht, alle Menschen menschlich zu behandeln.“

Diese und 18 weitere Artikel bilden die Allgemeine Erklärung der »Menschenpflichten«, die 1997 vom InterAction Council und Kofi Annan vorgelegt wurden. Gerade in unserer jetzigen Zeit, wo Populismus, Hetze und Hass wieder salonfähig geworden sind, sollte man verstärkt auf Menschenrechte sowie auch eben diese Pflichten erinnern. Der erste Teil des Projekts Mensch! soll eine Installation von diesen Artikeln der »Menschenpflichten« mit Illustrationen von Detlef Kellermann an großen Flächen im öffentlichen Raum sein. Am 05. Oktober wurde noch nach Hauswänden oder Ähnlichem gesucht – sollte also zufällig jemand eine publikumswirksame Außenwand zur Verfügung haben, kann er sich bestimmt immer noch bei Herrn Kellermann melden. Auch eine Patenschaft kann übernommen werden – das ist allerdings auch nichts für die schmale Studentenbrieftasche. Alle Informationen findet man ebenfalls »hier« in der Projektbeschreibung! Zweiter Teil des Projekts ist die Publikation jener Illustrationen inklusive Menschenpflichts-Artikel, die als handsignierte Edition erscheinen soll.

Mir gefällt das Projekt sehr gut. Die Finanzierung finde ich aber schwierig, da es durch die großen Summen nur die „Eliten“ anzusprechen scheint. Hier wäre doch ein kleiner Preis und dafür ein größeres Publikum als Förderer vielleicht geeigneter gewesen. Aber bei Kunstfinanzierung kenne ich mich noch weniger aus als bei Kunst selber…

(M)EIN AACHEN!

Mir hat es vor allem dieses „Aachenbild“ angetan. Ich kann es nicht genau beschreiben, aber es lässt mich lächeln. Zum einen sind es bestimmt die abgebildeten Gebäude – der Dom natürlich ♥  – und außerdem verkörpern die Farben und die aufgelockerte Stimmung genau das Gefühl, das ich habe, wenn ich durch Aachen gehe. Für mich ist die Stadt freundlich, offen und bunt. Eine Stadt, die mich freundlich willkommen geheißen hat und mich aufgenommen hat in ihre große Gemeinde.

Umso schöner, dass der Künstler 100 Kunstdrucke genau jenes Aachenbildes zum Verschenken dabei hatte und ich jetzt „mein Aachen“ überall hin mitnehmen kann! Ich denke Herr Kellermann weiß gar nicht welche Freude er mir damit bereitet hat. (Sollte Sie das hier lesen lieber Herr Kellermann: DANKE!!!!!)

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es ein angenehmer und unterhaltsamer Abend war, der auch zum Denken angeregt hat. Das Jazztrio »Feliz« begleitete den Abend mit wunderbarer Musik und auch das eine oder andere kulinarische Highlight konnte man am üppigen Buffet ergattern. (Gelungene Vernissage eben!) Der »Pullman Artist Playground« kann mehr als lediglich eine Ausstellung von Kunst sein – die Frage wie dies unter der Zeit, ganz ohne geladene Gäste, funktionieren kann sei einmal dahingestellt…

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