»M« LICHT 2017 BRIGITTE KOWANZ

Die preisgekrönte österreichische Künstlerin Brigitte Kowanz beschäftigt sich in ihren Werken hauptsächlich mit Licht und Sprache und darauf diese zu Verbinden. Auf vielseitige Art und Weise…

02 Mai 2017 / Graz

Die preisgekrönte österreichische Künstlerin Brigitte Kowanz beschäftigt sich in ihren Werken hauptsächlich mit Licht und Sprache und darauf diese zu Verbinden. Auf vielseitige Art und Weise macht sie Unsichtbares sichtbar und bereichert das Element der Sprache mit dem des Lichts – und umgekehrt. Die Künstlerin und Professorin an der Universität für Angewandte Kunst Wien bespielt heuer gemeinsam mit Erwin Wurm den österreichischen Pavillon auf der Kunst-Biennale in Venedig (Start: 13. Mai 2017)

LICHT 2017

Das Institut für Kunst im Öffentlichen Raum des Universalmuseum Joanneum hat für das Jahr 2017 das Projekt »LICHT 2017« initiiert. Hierfür werden in der Inneren Stadt von Graz verschiedene Installationen umgesetzt. Eine davon hat Brigitte Kowanz im Eingangsbereich des barocken Palais Herberstein gestaltet.

»M«

Museum reduziert auf das Wesentliche – das »M«.
Die Schrift wird als  »Schwabacher Schrift« bezeichnet und hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Berühmt geworden durch die »Schedelsche Weltchronik«, Dürers »Apokalypse« und die sog. »Lutherbibel« wurde sie ab 1941 als »Judenlettern« bezeichnet und verboten. Im Vordergrund steht hier eine Verbindung von „Logo und Geheimzeichen“ und dem Verweis auf die Bedeutung der medialen Kommunikation. Eine detaillierte Beschreibung über die Schrift und Hintergrundinformationen können »hier« nachgelesen werden.

DIE FALTE DES BAROCK

Die barockisierte Architektur des Palais Herberstein in der Grazer Sackstraße nahm Brigitte Kowanz außerdem zum Anlass für eine weitere Installation. „Die unendliche Falte ist das Charakteristikum des Barock“ Mit diesem, in ihrer eigenen Handschrift geschrieben Zitat von Gilles Deleuze, thematisiert Kowanz das philosophische Problem der Trennung von Seele und Körper. Sie verweist auf Parallelitäten und die Aktualität der unendlichen Falte, wie sie einem in Prunkaufgang des Palais begegnen. (Genaueres ebenso »hier«.)

KUNST?

Völlig unerwartet hat mich Brigitte Kowanz dazu gebracht einmal nicht „nur“ über Geschichte, sondern wieder mehr über Kunst nachzudenken. Wie hier bei ihrem Werk, finde ich die Verbindung von vielschichtigen inhaltlichen Ebenen mit unterschiedlichen künstlerischen Werkzeugen beeindruckend. Diese Art von Kunst erfordert aber immer die Vermittlungsebene. Ich glaube nicht, dass man – ganz ohne Vorkenntnisse – in der Lage ist, diesen »Code« zu entschlüsseln. (Gut, auf das M über dem Museumseingang hätte man noch draufkommen können – aber die Metaebene erschließt sich nur Experten.) Dennoch ist die Bereicherung und ein eventuell aufkommender Aha-Effekt dann (meiner Meinung nach) unbezahlbar. Mir persönlich macht es große Freude, die Kreativität und das Gespür von Künstlern zu erleben, zu erfahren und auch zu versuchen sie zu verstehen oder nachzuvollziehen, was sie sich gedacht haben könnten oder welchen Zugang sie hatten. Immer wieder erstaunt mich Kunst, die so viel mehr sein kann als nur etwas schön zu gestalten. Die Ausdrucksformen sind mannigfaltig – das finde ich einfach toll!

Zudem finde ich die zahlreichen »Kunst im öffentlichen Raum«-Initiativen im Allgemeinen einfach großartig. Wachsam sein kann einen Schätze entdecken lassen….

Zwar bin ich keine ausgewiesene Kunsthistorikerin – dafür aber passionierte Kunst-Entdeckerin. Und seit Donnerstag Brigitte Kowanz-Fan!


Die Installation ist zu den Öffnungszeiten des Museums für Geschichte Mi-So 10 – 17 Uhr zu sehen.

 

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